IPC/WHMA-A-620C, Anforderungen und Abnahmekriterien für Kabel- und Kabelbaum-Baugruppen

//IPC/WHMA-A-620C, Anforderungen und Abnahmekriterien für Kabel- und Kabelbaum-Baugruppen

Der Standard IPC/WHMA-A-620C, Anforderungen und Abnahmekriterien für Kabel- und Kabelbaumgruppen, ist momentan der wichtigste Inspektionsstandard für Prozesse und Materialien in der Kabel- und Kabelbaumindustrie.
Die aktuelle C-Revision wurde im Januar 2017 veröffentlicht. In diesem Dokument wurden von IPC viele Kriterien aktualisiert und neue Bilder zugefügt. Der Standard beschreibt Materialien, Methoden, Testverfahren und Abnahmekriterien für die Produktion von Crimp, mechanisch gesicherten oder gelöteten Verbindungen und die entsprechenden Montageaktivitäten bei Kabel- und Kabelbaum-Baugruppen.

Die G-Revision ist momentan die aktuellste Version des Dokuments. Trotzdem erklärt IPC das die Anwendung der aktuellsten Version nicht automatisch bindend ist. Welche Revision angewendet wird, entscheidet der Kunde, der Kabelbaumprodukte bestellt. Eine wichtige Verbesserung in der C-Revision ist die Harmonisierung mit anderen häufig genutzten IPC Standards.

Wie alle IPC Standards wurde der IPC-A-620 von einem Team entwickelt und beurteilt. Zu den Mitgliedern des Teams gehören Personen aus verschiedenen Unternehmen und Organisationen aus der elektronischen Industrie. Mitarbeiter von Kabelbaumherstellern, Zulieferunternehmen für Materialien und Ausrüstungen, Schulungsunternehmen, OEMs und EMS Firmen sind alle vertreten und bringen ihr Wissen und Kenntnisse in die Entwicklung des Standards ein. Das macht IPC Standards zu echten Industriestandards.

Häufig wird der IPC/WHMA-A-620 als Referenzstandard während der Bearbeitung und für die Endinspektion von Kabelbaumgruppen genutzt. Der Standard kann jedoch auch als Einzeldokument für den Einkauf von Kabelbaumgruppen eingesetzt werden. Zur Sicherung konsistenter Qualitätsniveaus während der Produktion von Kabelbaumgruppen ist Ziel des Dokuments auf Prozesskontrollmethoden zu vertrauen.

Die Einleitung des IPC/WHMA-A-620 behandelt Themen wie Produktklassifikation, Inspektionsvoraussetzungen, Begriffe und Definitionen, Kompetenz des Personals, Inspektionsmethodologie, Beleuchtung, Vergrößerungshilfen, Anlagen, ESD-Faktoren, Werkzeuge und Ausrüstung, Materialien und Prozesse. Außerdem Themen wie Anforderungen für Wartung und Instandhaltung von Werkzeugen und Ausrüstungen, Kalibrierung, Kontamination, Nacharbeit (= rework) und Reparatur (= repair).

Wer sich in das Kapitel vertieft, erhält eine gute Übersicht über Prozessanforderungen für Kabelbaumproduktionen. Die Nutzung dieser Kriterien in Ihrem Unternehmen bietet eine gute Vorbereitung für Audits im Zusammenhang mit dem IPC-A-620 und allgemeine Faktoren im Produktionsprozess.

Weitere Themen innerhalb des IPC-A-620C sind Methoden und Kriterien für Abisolierung, Materialien und Ausrüstung für den Gebrauch von gelöteten Verbindungen, Inspektionskriterien, Kriterien für Crimp-Verbindungen und Kriterien für Schneidklemmverbinder (IDC). Außerdem Ultraschall-Schweißen, Spleiße, Montage-Steckverbinder, Umspritzen sowie Vergießen. Zusätzlich werden die korrekte Messung von Kabelbaugruppen, Drähten und Toleranzen beschrieben. Die Kapitel bezüglich Kennzeichnung und Etikettierung, koaxial und biaxial Kabelbaugruppen, Sicherung, elektrische Abschirmung, Schutzumhüllungen und fertige Baugruppen wurden etwas geändert. Testverfahren ist noch immer eines der Themen.

Zu dem Thema Hochspannung wurde ein Kapitel hinzugefügt. Damit wird eine bessere Basis zur Inspektion dieser Applikationen gegeben. Eine wichtige Ergänzung sind die Kriterien für Kontamination von Lötbädern in Kapitel 4. In Kapitel 17 wurde ein Paragraf über Sicherheitsverkabelung zugefügt.

Sollten Sie die Anwendung des IPC/WHMA-A-620 in Erwägung ziehen, ist eine IPC/WHMA-A-620 Schulung das geeignete Mittel den Standard grundlegend zu lernen. Dies gelingt mithilfe der entsprechenden IPC Zertifizierung. IPC Schulungs- und Zertifizierungsprogramme werden von PIEK regelmäßig angeboten. Die Schulung hilft Ihnen die Kriterien korrekt anzuwenden und Fehlinterpretationen zu vermeiden. So erhöhen Sie Ihren Kenntnisstand. Profitieren Sie von den umfangreichen Erfahrungen der PIEK Trainer bei der Anwendung des Standards in der Praxis und sparen Sie dadurch Zeit und Geld in Ihrem Arbeitsalltag.

Möchten Sie noch mehr von der Schulung profitieren, können Sie zusätzlich das optionale Praxistraining wählen. Das Modul ist nicht Teil des regulären Trainings, sondern ein Angebot für die Schulungsteilnehmer praktisch zu üben und dadurch Grundlagen wie Löten und Crimpen in der Kabelbaugruppenproduktion noch besser kennenzulernen.

2019-07-22T10:53:29+00:0023 Juli 2019|PIEK Neuigkeiten|