Digitales Gesundheitswesen

//Digitales Gesundheitswesen

Auch in der Medizin bzw. dem Gesundheitswesen nimmt die Digitalisierung kontinuierlich zu. Dies ist hauptsächlich auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und dem Internet der Dinge (IoT) zurückzuführen. Dies bietet Pflegepersonal einerseits und Pflegbedürftigen andererseits viele Vorteile. Selbst Personen, die noch keine Pflege brauchen, können die Digitalisierung für die Prävention nutzen.

Auf der letzten CES (Customer Electronics Show), eine der größten Messen im Bereich von Unterhaltungselektronik in Las Vegas, wurden viele neue und innovative Produkte vorgestellt. Drahtlose Fruchtbarkeitssensoren, Kopfhörer die beim Abnehmen helfen und auch Detektoren zur Feststellung von Allergenen sind nur ein kleiner Teil der neuen Errungenschaften.

Wer beispielsweise eine Lebensmittelallergie hat, muss permanent aufpassen welche Inhaltsstoffe in Lebensmittelprodukten enthalten sind. Eines der Produkte könnte die Allergie auslösen. Für Menschen mit einer Allergie gegen Erdnüsse gibt es jetzt eine Lösung. Es ist der sogenannte Erdnuss-Sensor und wurde von Nima entwickelt. Bei Unsicherheit wird eine kleine Menge der Nahrung in den Apparat gefüllt und schon nach kurzer Zeit, weiß man ob in der Nahrung Erdnüsse verarbeitet wurden. Die Zuverlässigkeit des Apparates liegt bei 99%.

Für Frauen mit Kinderwunsch und Problemen schwanger zu werden, hat die israelische Firma EarlySense einen drahtlosen Fruchtbarkeitssensor entwickelt. Das Gerät wird unter der Matratze befestigt und misst kontinuierlich Herzschlag und Atmung der Frau. Mithilfe künstlicher Intelligenz kann der Sensor bestimmen, wann die nächste Menstruation ist, der Eisprung und der geeignete Zeitpunkt zur Befruchtung erreicht werden. Insgesamt drei Monate benötigt der Sensor zur Datensammlung um mit großer Zuverlässigkeit eine Voraussage treffen zu können. Damit ist diese Methode um circa 30% zuverlässiger in ihrer Aussagekraft als alle anderen Methoden.

Das nächste Thema ist das Abnehmen, das uns alle früher oder später in unserem Leben beschäftigt. Fettleibigkeit wird zu einem immer größer werdenden Problem unserer Wohlstandsgesellschaft. Und wer hat die Disziplin regelmäßig Sport zu betreiben, ob Zuhause oder im Fitnesszentrum? Unser Gehirn regelt Gewichtszunahme wie Gewichtsabnahme. Das Unternehmen Neurovalens hat einen sehr leichten Kopfhörer entwickelt, genannt Modius. Das Unternehmen behauptet durch das Tragen des Kopfhörers Gewicht zu verlieren. Das Konzept klingt einfach. Der Kopfhörer legt Kontakt mit Mastoiden in unserem Schädel. Die Knochenstrukturen liegen hinter unseren Ohren. Von dem Kopfhörer werden elektrische Signale gesendet, die vestibuläre Nerven stimulieren. Der Effekt ist weniger Hungergefühl und ein schnellerer Stoffwechsel. Dies führt zu dem gewünschten Gewichtsverlust.

Auch das Thema Hautkrebs wird zu einem immer häufiger vorkommenden Problem. Wir möchten gerne in der Sonne liegen und schön braun sein. Das hat eventuell seinen Preis, denn wer zu lange in der Sonne liegt kann Hautkrebs bekommen. L’Oreal hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und einen Sensor für das Messen der UV Strahlung entwickelt. Der Sensor wird auf einen Fingernagel geklebt, misst wie lange jemand der UV Strahlung ausgesetzt ist und gibt dann eine Warnung. Die Konstruktion des Sensors erlaubt Schwimmen, Duschen und Sport ausüben. Und das alles ohne Batterien.

Unser letztes Thema heute ist die Gefahr des Fallens bzw. von Knochenbrüchen ab einem gewissen Alter. Insbesondere Menschen ab circa 55 haben ein großes Risiko bei einem Fall die Hüfte, Oberschenkelhals oder andere Knochen zu brechen. Einige Zahlen aus den Niederlanden als Vorbild: jährliche Krankenhausaufnahme wegen Hüftbruch liegt bei 17.000 Personen. Davon sind 75% Frauen. Von den Frauen sterben innerhalb des ersten Jahres fast 25%, da der Körper zu schwach ist um zu genesen. Die anderen 25% bleiben lebenslang Invalide. Die Zahlen aus den Niederlanden sind repräsentativ für den Rest Westeuropas, denn in allen Ländern nimmt die Zahl der älteren Bevölkerung zu. Vielleicht gibt es eine Lösung in Form des Hip’Air. Es ist eine Art Airbag für die Hüfte. Ausgestattet ist der Airbag mit einem Kreiselinstrument zur genauen Lagebestimmung und einem Geschwindigkeitsmesser. Der Apparat detektiert wann der Träger beginnt zu fallen und pumpt sich innerhalb von 80 Millisekunden auf. Dadurch absorbiert der Hip’Air fast 90% des Falls und hilft Hüftbrüche bei Älteren zu vermeiden. So bleibt die Lebensqualität der entsprechenden Zielgruppe erhalten, aber auch ein Teil der Kosten im Gesundheitswesen bzw. für die Versicherungen. Das französische Unternehmen Vallen hat den Hip’Air entwickelt.

Auch bei den oben genannten Produkten und Entwicklungen ist die elektronische Verbindungswelt maßgeblich beteiligt. Digitalisierung im Gesundheitswesen wäre ohne uns nicht möglich.

2018-10-10T15:41:48+00:0010 Oktober 2018|PIEK Neuigkeiten|